Vera Hozáková "Frühling" (1943), Video Pat Binder (1999)

Vera Hozáková "Frühling" (1943), Video Pat Binder (1999)

Vera Hozáková, geboren unter dem Namen Vera Fialová am 28. Oktober 1917, trat zwanzigjährig in die Kommunistische Partei ein. Sie wurde verhaftet, weil sie mit Jozef Smerkowski, Kontakt hatte, für den sie Verbindungsglied zur Partei war. Am 14. Januar 1942 wurde sie mit sechzig Frauen aus dem Prager Pankrác-Gefängnis ins Konzentrationslager Ravensbrück deportiert (n° 9011). Dort arbeitete sie einige Zeit in der Kunstgewerbeproduktion. Ab Herbst 1943 war sie in der Bauleitung tätig. Sie schrieb zahlreiche Gedichte, von denen nicht alle erhalten blieben. Auch an dem von Anicka Kvapilová geleiteten illegalen Chor nahm sie teil. Für sie waren es die Gedichte, die Freundschaften und die feste Hoffnung auf eine Zukunft, die ihr halfen, das Konzentrationslager zu überleben.

In den Jahren 1943/44 unterstützte sie Vlasta Kladivová bei der heimlichen Anfertigung einer Sammlung von Gedichten und Widerstandsliedern "Europa u boji. 1939 -1944" (Europa im Kampf). Vera Hozáková schrieb die Gedichte in Tusche nieder und versah das Werk mit Illustrationen. Auch einige ihrer eigenen Gedichte fanden Eingang in die Sammlung.

Nach der Befreiung blieb Vera Hozáková noch bis Ende Mai 1945 in Ravensbrück, um ihre Freundinnen im Krankenrevier zu betreuen. Im Jahr ihrer Heimkehr heiratete sie ihren Verlobten, der auf sie gewartet hatte. Sie brachte vier Kinder zur Welt und war als Architektin tätig. Heute lebt sie in Hradec Kralóve, Tschechien. Vor einigen Jahren schrieb Vera Hozáková ihre Erinnerungen nieder, um Zeugnis abzulegen und die Nachkommenden zu ermutigen, für alle Zeit "Lüge, Demagogie, Herdentrieb und kollektive Verantwortlichkeit abzulehnen".

Original in tschechischer Sprache und Übersetzung unter folgendem Link

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