Wehrmachtsgefängnis Anklam Halle

Wehrmachtsgefängnis Anklam Halle

Historischer Ort
Lernort

Von 1940 bis 1945 waren im Wehrmachtsgefängnis Anklam Soldaten und andere Wehrmachtsangehörige, welche der Fahnenflucht, der unerlaubten Entfernung und der sogenannten Wehrkraftzersetzung beschuldigt wurden, inhaftiert. Ohne Gerichtsverfahren und unter Verletzung rechtsstaatlicher Grundsätze wurden diese oft sehr jungen Menschen verurteilt, darunter auch mehr als 100 Todesurteile. Seit 2005 erinnert die Bürgerstiftung „Zentrum für Friedensarbeit– Otto Lilienthal – Hansestadt Anklam“ an die Geschichte dieses Ortes und arbeitet diese pädagogisch und zugänglich auf.

Wehrmachtsgefängnis Anklam Halle

Das Wehrmachtsgefängnis als Ort des Unrechts

Auf dem Gelände der Kriegsschule Anklam begann 1939 der Bau von einem Gefängnis der Wehrmacht. Zwischen 1940 und 1945 wurden hier Soldaten und andere Wehrmachtsangehörige, welche der Fahnenflucht, der unerlaubten Entfernung und der sogenannten Wehrkraftzersetzung beschuldigt wurden, inhaftiert. Als einer von 8 derartiger Standorte eines Wehrmachtsgefägnisses, war das Wehrmachtsgefängnis Anklam damit Bestandteil eines (Un)-Rechtssystemes, dass das gesamte Dritte Reich umspannte und druch drakonische Strafen die Disziplin und Gehörigkeit der Wehmacht sicherstellte. Das meist überbelegte Gefängnis enthielt neben regulären Zellen auch einen Todestrakt in dem zum Tode Verurteilte angekettet einsaßen. Wie so oft im Dritten Reich wurden rechtsstaatliche Grundsätze und die Würde des Menschen systematisch verletzt und ignoriert, so dass über 100 Todesstrafen gegen zumeist junge Wehrmachtsangehörige ohne ein angemessenes Gerichtsverfahren ausgesprochen wurden. Die Durchführung dieser Todesurteile fanden auf einem regulären Schießstand bei Anklam statt. 

Aufarbeitung der Geschichte

Nach Kriegsende wurde das Gebäude zeitweise als Getreidespeicher genutzt, bis 1961 eine Forschungsgruppe des Kulturbundes der DDR die Aufarbeitung der Geschichte des Wehrmachtsgefängnisses aufnahm. Basierend auf den Ergebnissen dieser Forschungsgruppe fand eine Teilrestaurierung des Gebäudes statt, und der Todeszellentrakt wurde zum Mahn- und Gedenkort umgestaltet. Nach der 1990 begann das Gebäude, welches nicht weiter genutzt wurde, zu verwahrlosen. Die 2005 gegründete Bürgerstiftung „Zentrum für Friedensarbeit– Otto Lilienthal – Hansestadt Anklam“ übernahm die Verantwortung für das Gebäude und initiierte eine erneute Teilrestaurierung des Gebäudes welche die Nutzung des ehemaligen Wehrmachtsgefängnisses als Zentrum für nationale und internationale Friedensarbeit ermöglicht. Die (Unrechts)-Geschichte der Anlage wird in einer Daueraustellung, Schautafeln und Bildern dokumentiert und pädagogisch aufgearbeitet. Als Mahn- und Gedenkort erinnert das ehemalige Wehrmachtsgefängis heute an die Geschichte des Ortes und die Menschenrechtsverletzung welche stattfanden. 

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