Über uns

Farbige Silhouetten

Über uns

Unser Anliegen

Der Nationalsozialismus scheint vielen wenig mit unserem heutigen Leben zu tun zu haben. Die häufige Thematisierung der NS-Geschichte erzeugt nicht nur bei Jugendlichen sondern auch bei Erwachsenen oft Ablehnung. Warum erneut an Vergangenes erinnern?

Wir sind überzeugt, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte nach wie vor wichtig ist, da sie Chancen birgt, sich über Fragen von Menschenbildern und Menschenwürde zu verständigen. Das gemeinsame Erinnern an Vergangenes öffnet Türen für eine Begegnung mit dem Fremden, aber auch ein Bewusstsein dafür, dass der Umgang mit Geschichte(n), Biographien und Zeugnissen vor der Haustür ein Prozess ist, der immer wieder neu ausgehandelt werden muss.

Die zahlreichen historischen Orte der Region Neubrandenburg bilden in einer Zeit, wo immer weniger Zeitzeugen und -zeuginnen direkt aus der Zeit des Nationalsozialismus berichten können, dabei eine wichtige Ressource für das demokratische Lernen.

Die aktive Erkundung und Auseinandersetzung mit den Spuren der Geschichte an historischen Orten, der Erfahrung einen Tatort zu betreten und diesen ins Verhältnis zur jetzigen Lebenswelt zu setzen, ist eine hervorragende Grundlage, um über Begriffe wie Respekt und Würde ins Gespräch zu kommen. Ein wichtiger Ansatz ist dabei die Regionalität, weshalb wir uns auf geschichtliche Orte in Neubrandenburg und der Mecklenburgischen Seenplatte konzentrieren.

Kurzgefasst wollen wir mit Kindern, Jugendlichen, Einrichtungen und Projektpartner*innen vor Ort die Erinnerung gemeinsam gestalten.

Unser Angebot

Die Auseinandersetzung mit historischen Orten braucht eine aktive pädagogische Begleitung. Auf dieser Webseite bieten wir deshalb als Hilfestellung übersichtliche Information zu den regionalen, historischen Orten in und um Neubrandenburg sowie pädagogische Materialien und Tipps für weiterführende Lehr- und Lernangebote an.

Vorgestellt werden kreative Ansätze der Unterrichts- und Projektarbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie Angebote geschichtlicher Lernzentren in der Region, die in Exkursionen wahrgenommen werden können. Das Material darf für die Bildungsarbeit unter Angabe der Quelle heruntergeladen und genutzt werden.

Wenn Sie annehmen, dass Sie über Dokumente oder Materialien verfügen, die die Vorschläge und Ansätze auf dieser Webseite bereichern, schicken Sie uns gerne ihre Idee oder Vorschlagstext per E-Mail an …

Unser Team

Dr. Constanze JaiserDr. phil. Constanze Jaiser
Mag. Literaturwissenschaft, Ev. Theologie und Psychologie

Meine Phantasie ist meine Stärke, wobei ich eine kreative Vorstellungskraft meine, mit der ich Menschen zu begeistern suche und die mir dabei hilft, klare Bilder von praktischen Vorhaben zu produzieren. Im Projekt zeitlupe geht es sehr stark darum, Menschen zusammenzubringen, um gemeinsam pädagogische Ziele zu erreichen und Visionen einer lebendigen, bunten Erinnerungskultur zu verwirklichen.

Nach einigen Jahren im universitären Betrieb und nach vielen Jahren in der freiberuflichen Arbeit für zahlreiche Gedenkstätten und Einrichtungen, die zu Nationalsozialismus und Holocaust arbeiten, bin ich seit 2016 bei der RAA Mecklenburg-Vorpommern für die historisch-politische Bildungsarbeit zuständig. Besonders mag ich es, künstlerische und medienpädagogische Methoden in die zeitlupe-Projekte einzubringen. Mit Graffiti, Smartphone oder Rap kann Geschichte auch einfach mal Spaß machen. Dabei kreiert die regionalgeschichtliche Spurensuche ihre eigene Poesie und ein körperlich spürbares Prickeln: Denn wir sind es, die selbst Geschichte schreiben und Erinnerung mitgestalten können.

 

Dr. Martin Müller-Butz
M.A. Osteuropäische Geschichte und Politikwissenschaft

Wozu sich eigentlich mit Geschichte, und dazu noch mit den unangenehmen Fragen der Gewalthaftigkeit diktatorischer Herrschaft oder mit ihren Opfern beschäftigen? Sich diesen Fragen zu stellen, hilft mir, mich im Jetzt zu orientieren und Ideen für eine lebenswerte Zukunft zu entwickeln.

Nach dem Studium forschte ich zur Verführungskraft totalitärer Herrschaftsideen und zu den biografischen Auswirkungen sowjetischer und nationalsozialistischer Gewaltherrschaft. In internationalen Bildungs- und Kulturprojekten engagierte ich mich außerdem für ein Miteinander von Jugendlichen und Erwachsenen im grenzübergreifenden Raum zwischen Szczecin und Berlin. Dabei lernte ich, dass die wunderschöne Idylle zwischen Oder und Ostsee beiderseits der deutsch-polnischen Grenze vom Echo diktatorischer Erfahrungen begleitet wird. Wie wir diese Erfahrungen sichtbar machen und mit ihnen umgehen lernen, dazu möchte ich als Mitarbeiter des Projektes zeitlupe einen Beitrag leisten. Denn mit der Zeitlupe lässt sich Geschehenes genauer betrachten. Und sie schärft den Blick.

 

Joachim KöhlerJoachim Köhler
Hörgeräteakustiker
Sozialarbeiter

Das Verständnis für die Komplexität unserer Gesellschaft ergibt sich aus meiner Sicht aus der Geschichte und aus dem Umgang, den wir mit ihr finden. In meiner freischaffenden Tätigkeit in der politischen Bildung durfte ich in den vergangenen Jahren viele Menschen kennenlernen, die ein ganz unterschiedliches Verständnis der aktuellen und historischen Ereignisse hatten. Ich halte es für wichtig die Menschen zusammenzuführen und Teilhabe zu schaffen an den unterschiedlichen Erfahrungen. Gleichzeitig kann es neue Perspektiven eröffnen sich klar zu positionieren und zu erklären. Unser Projekt zeitlupe nimmt hier ein einen wichtigen Part ein, da es auf regionaler Ebene genau diesen Austausch ermöglicht und auf vielfältige Weise fördern will.

 

 

Anne-Marie StarkAnne-Marie Stark

B.A. Japanologie und Politikwissenschaft, aktuell Studentin am FB Soziale Arbeit, voraussichtlicher Abschluss zur Sozialpädagogin 08/2021

Begegnungen mit anderen Menschen bereichern mich ungemein. Regionalgeschichte ermöglicht mir – jeden Tag und vor der Haustür – Entdeckungen in meinem Umfeld zu machen. Das reizt mich an zeitlupe, wo vielfältige Zugänge zu politisch-historischen Themen mit unterschiedlichen Menschen im Fokus stehen. Besonders die biographische Annährung an Zeitgeschichte und Recherche nach einzelnen Schicksalen interessiert mich. Sei es ein Landart Workshop im ehemaligen KZ-Außenlager Waldbau oder ein Stadtrundgang zu „Spuren jüdischen Lebens in Neubrandenburg“, es gibt so viele spannende Themen und Ideen, die im Projekt zeitlupe umgesetzt werden können. Ich bin seit 2015 in der politischen und kulturellen Bildungsarbeit tätig. Meine Zeit als Schülerin und Studentin in Japan hat dazu beigetragen, dass ich mich für kulturelle Begegnungen und einen Austausch mit Japan einsetze. So unterrichte ich beispielweise Japanisch in verschiedenen Bildungseinrichtungen. Mit Gruppen an Themen zu arbeiten, Gruppenprozesse zu begleiten und gemeinsam etwas zu gestalten bereitet mir große Freude.

 

Lukas WieczorekLukas Wieczorek
M.A. Public History
B.A. Geschichte/Fachjournalistik Geschichte

„Wer seine Geschichte nicht erzählen kann, existiert nicht“. Dieses Zitat des indisch-britischen Schriftstellers Salman Rushdie beschreibt sehr gut meine eigene Motivation für meine Arbeit im Projekt zeitlupe. Denn der regionalgeschichtliche Ansatz des Projekts bietet Jugendlichen Möglichkeiten, sich anhand der Geschichte ihres Wohnortes mit gegenwärtigen politischen Fragen auseinanderzusetzten und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Mit diesem Grundgedanken sammelte ich in mehreren pädagogischen Projekten u.a. in der Mahn- und Gedenkstätte Neubrandenburg-Fünfeichen praktische Erfahrungen in der historisch-politischen Bildungsarbeit und der Menschenrechtsbildung. In meiner im April 2018 eingereichten Masterarbeit an der Freien Universität Berlin erarbeitete ich das erste wissenschaftlich fundierte pädagogische Konzept für die Gedenkstätte Fünfeichen, das Angebote sowohl für die Zeit des Kriegsgefangenenlagers, als auch für die Zeit des Speziallagers bereitstellt.

 

Unser Träger

Die Webseite ist Teil des RAA-Projektes zeitlupe | Stadt.Geschichte & Erinnerung. Das Projekt verfolgt das Ziel, mit schulischen und außerschulischen Akteuren in und um Neubrandenburg nachhaltige Konzepte der historisch-politischen Bildung und der Menschenrechtserziehung (weiter-) zu entwickeln.

Die Abkürzung RAA steht für Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie e. V. Mecklenburg-Vorpommern. Die RAA wurde als selbstständiger Verein im Jahr 1999 gegründet und arbeitet sowohl politisch als auch konfessionell unabhängig. Das Projekt zeitlupe ist in der Pädagogischen Werkstatt in Neubrandenburg angesiedelt.

zeitlupe | Stadt.Geschichte & Erinnerung ist ein Projekt der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) Mecklenburg-Vorpommern e. V. und wird von der Freudenberg Stiftung gefördert. 

RAAFreudenberg-Stiftung

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