Lehrpfad "DDR-Staatssicherheit auf dem Lindenberg"

Lehrpfad "DDR-Staatssicherheit auf dem Lindenberg"

Historischer Ort
Lernort

Vom Gebäudekomplex auf dem Lindenberg ausgehend spannte die ehemalige DDR-Geheimpolizei „Stasi“ bis 1989 ihr Überwachungsnetz über den Bezirk Neubrandenburg. Seit 1977 befand sich dort die Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (kurz: Stasi oder MfS) – ein historischer Ort, der von allgegenwärtiger Überwachung und Misstrauen, aber auch von Solidarität und Hoffnung auf Wandel erzählt. Heute erinnert der Lehrpfad „DDR-Staatssicherheit auf dem Lindenberg“ an die Geschichte und das Wirken der Stasi in der Stadt und Region.

Lehrpfad "DDR-Staatssicherheit auf dem Lindenberg"

Erhaltener Wachturm auf dem Gelände der ehemaligen MfS-Bezirksverwaltung Neubrandenburg auf dem Lindenberg (Quelle: Lukas Wieczorek)
Erhaltener Wachturm auf dem Gelände der ehemaligen MfS-Bezirksverwaltung Neubrandenburg auf dem Lindenberg (Quelle: Lukas Wieczorek)

Abgeschirmt auf dem Lindenberg: Büros, Wachtürme und Gefängnis

Alles wissen, alles kontrollieren, alles lenken, Menschen einschüchtern und manipulieren – das war die Zielsetzung und Arbeitsweise der Stasi. Als „Schild und Schwert der Partei“ sicherte das MfS die Macht der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) in der DDR. Die MfS-Zentrale des ehemaligen DDR-Bezirks Neubrandenburg befand sich zunächst in Neustrelitz (Link: http://stasi-haftanstalt-neustrelitz.de). Im Jahr 1977 wurde auf dem Lindenberg in Neubrandenburg der Gebäudekomplex für die MfS-Bezirksverwaltung fertiggestellt, der der Stasi bis 1989 als Zentrale zur Bespitzelung der Bürger*innen der Stadt und des Bezirks diente.

Der Gebäudekomplex war vollständig von der Öffentlichkeit abgeschirmt und von einer Mauer sowie Wachtürmen umgeben. Nur Stasi-Mitarbeiter*innen durften das Gelände betreten. Zwischen 1983 und 1987 errichtete das MfS als letztes Bauobjekt der Bezirksverwaltung ein Untersuchungsgefängnis. Dort wurden vor allem Personen inhaftiert, die einer politischen Straftat beschuldigt wurden.

 

Und heute?

Sitz der BStU-Außenstelle Neubrandenburg (Quelle: Lukas Wieczorek)
Sitz der BStU-Außenstelle Neubrandenburg (Quelle: Lukas Wieczorek)

Heute werden die Gebäude von verschiedenen Neubrandenburger Behörden genutzt. Unter anderem befindet sich die Außenstelle der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) (—> verlinken) auf dem Gelände. Neben dem Archiv für die Stasi-Akten befinden sich dort einige kleine Ausstellungen mit interessanten Objekten und weiteren Informationen zur Geschichte des MfS in Neubrandenburg. Die zentrale Aufgabe der BStU ist die Verwaltung und Erforschung der Unterlagen des MfS. Bürger*innen, die in der DDR von der Stasi überwacht wurden, können heute einen Antrag auf Einsicht in ihre Stasi-Akte anfordern.

Durch die Angebote der BStU-Außenstelle und den Lehrpfad „DDR-Staatssicherheit auf dem Lindenberg“ entwickelte sich dieser historische Ort in den letzten Jahren immer mehr zu einem Lern- und Erinnerungsort. Der Lehrpfad wurde kürzlich durch einen multimedialen Rundgang ergänzt. Mit der kostenlosen App Actionbound ist es nun möglich, sich die Geschichte der Stasi in Neubrandenburg alleine oder in Kleingruppen spielerisch anzueignen (—> Angebot verlinken). Hierzu werden nur ein Smartphone oder Tablet benötigt. Tablets können auch über das Projekt zeitlupe ausgeliehen werden.

Pädagogische Angebote zum Ort

  • Historischer Lehrpfad "Spurensuche - Orte der Gewalt" - DDR-Staatssicherheit auf dem Lindenberg
  • Pädagogische Materialien zum Einsatz im Schulunterricht
  • Stadtrallye #SPURENSUCHEdigital - DDR-Staatssicherheit auf dem Lindenberg 
  • Ausstellungen und Archiv in der BStU-Außenstelle Neubrandenburg

Bei Interesse am pädagogischen Angebot wenden Sie sich bitte an: zeitlupe@raa-mv.de. Gern können auch Projektideen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit an uns herangetragen werden.

#SPURENSUCHEdigital - DDR-Staatssicherheit auf dem Lindenberg

Spurensuche - Orte der Gewalt

Multimediale Führung mit der App Actionbound

Mit #SPURENSUCHEdigital erweitert ein neues Online-Angebot der Stadt Neubrandenburg die Bildungslandschaft der Region. In Kooperation mit dem Projekt zeitlupe entstanden im letzten Jahr sechs kostenfreie, multimediale Stadtrallyes. Einzelspieler*innen, Kleingruppen oder Schulklassen können sich nun mit einem Smartphone oder Tablet selbstständig und interaktiv auf eine Spurensuche in die Geschichte Neubrandenburgs begeben - zum Beispiel zur DDR-Staatssicherheit auf dem Lindenberg.

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