Luftfahrttechnisches Museum Rechlin

Luftfahrttechnisches Museum Rechlin

Historischer Ort
Lernort

Auf dem Gelände der ehemaligen Luftwaffenerprobungstelle Rechlin hat der Verein „Förderverein Luftfahrttechnisches Museum Rechlin e.V.“ ein beeindruckendes Museum gestaltet. Hier werden in die Geschichte der Anlage selbst, und vor allem in die Luftfahrtgeschichte einer wichtigen Test- und Forschungsstelleanlage Einblicke gewährt.

Luftfahrttechnisches Museum Rechlin

Standort während des Ersten Weltkrieges

Schon im Verlauf der Ersten Weltkrieges begannen Luftwaffeeinheiten eine zunehmend wichtigere Rolle in der Kriegsführung zu spielen. Um Flugzeuge und damit verbundene Ausrüstung zu testen wurden an verschiedenen Standorten in Deutschlands Erprobungsstellen eingerichtet. Eine dieser Erprobungsstellen wurde ab 1916 in Rechlin an der Müritz aufgebaut, konnte aber bis zur Unterzeichnung des Vertrages von Versailles nicht in Betrieb genommen werden. Da die Vorgaben der Nachkriegsordnung der Weimarer Republik die Unterhaltung einer eigenständigen Luftwaffe untersagten, fanden sämtliche Übungen der Luftwaffe getarnt in auf dem Boden der Sowjetunion in Zusammenarbeit mit der Roten Armee statt.  

Zwangsarbeit und der Zweite Weltkrieg

Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 begann dieser schnell den Aufbau der Luftwaffe zu fördern und konfrontierte die Nachkriegsordnung von Versailles systematisch. Dazu wurde auch der Standort Rechlin wieder in Auge gefasst. Seit 1926 hatten dort Bauarbeiten stattgefunden um die Anlage als Luftfahrtstandort auszubauen. Im März 1933 überzeugte sich damalige Reichskommissar für die Luftfahrt – Hermann Göring – persönlich vom Baufortschritt. Nach der Inbetriebnahme der Anlage wurden hier durch die ca. 4000 Ingenieure, Beschäftigte und Testpiloten die Flugzeuge erprobt, die die Angriffskriege des Dritten Reiches unterstützten.

Typisch für kriegsrelevante Industrie während des Zweiten Weltkrieges wurden auch in der Luftwaffenerprobungsstelle Rechlin systematisch Zwangsarbeiter*innen eingesetzt. Das Außenlager des Konzentrationslagers Ravensbrück in Retzow-Rechlin und die Erprobungsstelle in Rechlin wurden dazu nicht nur organisatorisch, sondern auch räumlich, mit der Erweiterung des südlichen Areals welches heute Gedenkort für das Außenlager des Konzentrationslagers Ravensbrück ist, eng verknüpft. Gemäß des Prinzips "Vernichtung durch Arbeit" litten die Zwangsarbeiter*innen unter menschenunwürdigen Bedingungen, mussten täglich 12 Stunden schwerer körperlicher Arbeit leisten und starben an Entkräftung und Unterernährung.

Geschichte ab 1945

1945 wurde das Gelände durch die vorrückende Rote Armee besetzt und für eigene Zwecke genutzt. Einiger der Ingenieure die im Dorf verblieben waren, gründeten 1948 am Südufer der Müritz eine Schiffswerft. 

Um das nach dem Abzug der Roten Armee ungenutzte Gelände zu erhalten gründete sich 1993 der „Förderverein Luftfahrttechnisches Museum Rechlin e.V.“ der an die Luftfahrtgeschichte des Standortes erinnert und die verbleibenden Anlagen instand hält. Das Museum ermöglicht in den verschiedenen ehemaligen Produktions-, Test- und Lagerhallen einen Einblick in die Fertigungs- und Testprozesse. Die Angebote des Museums sind pädagogisch ansprechend aufgearbeitet und für alle Generation geeignet. 

Materialien für den Unterricht: KZ-Außenlager Retzow-Rechlin - Spurensuche und Erinnerungen

Das ehemalige KZ-Außenlager Retzow-Rechlin: Spurensuche in der Region Das Dorf Retzow, heute ein Teil von Rechlin, liegt in der südlichen Müritzregion. Während des Zweiten Weltkriegs befand sich dort ein Außenlager des Konzentrationslagers Ravensbrück: Zunächst waren hier männliche Häftlinge untergebracht, ab Juli 1944 Frauen und Mädchen – ihre Zahl schwankte zwischen 1.500 und 3.000. Sie stammten aus verschiedenen Nationen, viele von ihnen waren Jüdinnen. Mehr als zwei Jahre haben die RAA M-V und Schülerinnen und Schüler aus der Regionalen Schule Rechlin in einem historisch-politischen
Zeiträume
1933-1939
1939-1945
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